AfD Oranienburg
Anfrage

Strategische Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerung, Infrastruktur und Wirtschaft – Das Klimaanpassungskonzept

26. April 2026

Anfrage an die Bürgermeisterin und Rückfragen zur Mitteilungsvorlage „Strategische Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerung, Infrastruktur und

Wirtschaft – Das Klimaanpassungskonzept für Oranienburg verbunden mit der Bitte um Stellungnahme

 

In der o.g. Mitteilungsvorlage wird im Einleitungsteil von „wissenschaftlicher Einordnung“ gesprochen. Von einer WISSENSCHAFTLICHEN Einordnung kann allerdings in dieser MV keineswegs die Rede sein.

Es ist davon auszugehen, dass dieses Schreiben die Begründung zur Finanzierung der sog. geplanten Klimaschutzmaßnahmen darstellen soll. Folglich wäre die Erwartungshaltung, dass tatsächlich eine wissenschaftliche Einordnung erfolgt, mit der sich die Investitionen überzeugend begründen lassen. Ein Schreiben was keine Angst vor der Zukunft bewirkt, sondern die Realität darstellt und Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit vermittelt.

Es geht nicht darum, einen Klimawandel generell zu leugnen, den gibt es und hat es schon immer gegeben, aber ob ein solcher vom Menschen gemacht oder beeinflussbar ist, wäre eine andere Diskussion. Daher geht es hier rein um die Argumentation mit der „Wissenschaft“, welche die geplanten Maßnahmen und Investitionen, sowie die gemachten Aussagen rechtfertigen sollen.

 

Die Anpassung an die Veränderungen ist durchaus begrüßenswert und ggf. auch an div. Stellen notwendig. Nur wäre es hier dem Respekt ggü. den Bürgern geschuldet, wenn dann auch (wie angekündigt) mit „der Wissenschaft“ argumentiert wird, anstatt die Menschen mit Ideologien zu einem gewünschten Verhalten zu bringen.

 

Da eine umfängliche wissenschaftliche Einordnung hier definitiv nicht gegeben ist, stellt sich die Frage: Warum?

 

1. Sind die zuständigen Mitarbeiter ggf. nicht entsprechend geschult wissenschaftliche Unterlagen / Texte zu verfassen?

2. Welche Wissenschaft gilt für die Verwaltung als „die richtige“? Wurde auch geprüft, ob es andere Meinung/Experten gibt? Wenn nein, warum nicht?

3. Wird sich hier ggf. gar nicht mehr bemüht, überzeugende Argumente zu liefern, da sich generell keiner mehr trau sich kritisch dem Thema gegenüber zu äußern - aufgrund der Befürchtung direkt als „Klima Leugner“ betitelt zu werden?

4. Wird den Bürgern nicht zugetraut, Dinge, die dort beschrieben stehen, zu hinterfragen?

 

Zu bemängeln ist hier folgendes:

1. Quellen Angaben

Seit wann gelten Spiegel Online Artikel als wissenschaftliche Quellen? (siehe Quelle iv). Zeitungsartikel sollten nicht als Beleg für theoretische Grundlagen oder zentrale wissenschaftliche Argumente genutzt werden, sondern dienen nur der „medialen Aufarbeitung“. Gerade das Beispiel vom Fälschungsskandal im Spiegel aus 2018 „Claas Relotius“ sollte aufzeigen, dass diese nicht immer geeignet sind. Auch die Grünen haben mit dem Fall im RBB „Daniel Gelbhaar und die erfundene Berichterstattung“ hier Anlass genug, dass gerade diese politische Richtung sich auf die Berichterstattung in den Medien nicht mehr 100ig verlassen sollte.

 

2. Zitat“ Eine Folge ist die zunehmende Anzahl an Hitzetoten (brandenburgweit 362 im Jahr 2018 Vi) (…)“

Hier wird suggeriert, dass Hitzetode eine direkte Folge des Klimawandels darstellen. Dass dieser die Toten quasi „unausweichlich mitbringt“. Allein eine Zahl die schon 8 Jahre alt ist, lässt einen stutzig werden. Ziel des Argumentes und der Erwähnung müsste es doch sein die Folgejahre und somit eine Entwicklung aufzuzeigen. Wenn man dieQuelle nachschlägt, wird deutlich, warum hier stattdessen eine so alte Zahl gewählt wurde.

Diese Zahl passt augenscheinlich am besten in Ihre Art der Argumentation. 2018 lässt sich mit der höchsten Sterberate diesbezüglich beziffern. Dass es 2017 dort gar keine Hitzetoten zu verzeichnenden gab, wird hier außenvor gelassen. Im Jahr 2018 (wie beschriebene) gab es dann tatsächlich 362 Hitzetote. Im Folgejahr 2019 dann 126, 2021 folglich 111 Fälle. Diese Zahlen zeigen -anders als man durch die Angabe erwarten würde - einen Rückgang, keinen linearen Anstieg.

 

Es lässt sich generell keine kontinuierliche Steigerung erkennen. Mit einer längeren Betrachtungsweise ergäben sich ggf. noch vermutbare Hinweise einer Zunahme über die Jahrzehnte, was aber ggf. auch mit der demographischen Entwicklung zu tun haben könnte, denn ältere Menschen sind eher betroffen als jüngere. Nicht nur die Anzahl von Hitzetoten, sondern auch die Hitzetage sind stark schwankend. Bereits 1994 hat es über 20 Hitzetage geben. Das ist also kein neues Phänomen. 2008 elf Hitzetage und keinen einzigen Hitzetoten. Also bedingen Hitzetage nicht immer automatisch auch Hitzetote.

Somit ist das Argument, der Klimawandel führe generell zu einer steigenden Anzahl von Hitzetoten, mit diesen Daten nicht zu halten. Die Tabelle zeigt ausschließlich schwankende Zahlen.

 

Selbst das RKI zeigt Zahlen auf, welche die Aussage im Text nicht widerspiegeln. Hier zeigt sich sogar eindeutig ein Rückgang, seit 2018.Wenn man hier mit derselben Methodik ran geht, könnte man auch Prof. Dr. Ott heranziehen. „Retrospektive Analysen der gesundheitlichen Auswirkungen von „Temperatur“ in Europa haben bereits gezeigt, dass die Sterblichkeitsbelastung durch Kälte größer ist als die durch Hitze. Dies traf auch auf Deutschland zwischen 1991 und 2020 zu, mit einem Verhältnis von etwa 5:1.“

Quelle: Prof. Dr. Christian Ott, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga, Klinikum Nürnberg „Masselot P et al. Nature Medicine 2025; 31: 1294-1302; doi: 10.1038/s41591-024-03452-2“

Somit wäre Kälte immer noch das größere Risiko, obwohl in dem Schreiben mit der Gefahr zunehmender Temperaturen argumentiert wird.

 

3. Zunehmende Waldbrandgefahr durch den Klimawandel?

Es wird behauptet, dass eine zunehmende Waldbrand Gefahr bestehe. Allein 2023 wurden in Brandenburg mehr als 750 Hektar Wald durch Brände vernichtet. Das stimmt zwar, laut Quelle, schaut man sich aber die Gründe der Brände an, zeigt sich ein anderes Bild. Zudem fehlt hier wieder eine Darstellung der (suggerierten) Entwicklung „zum Schlechteren“. Prüft man die Quelle, wird deutlich: 63% der Brände entstehen bspw. durch den Menschen selbst, absichtlich oder (grob) fahrlässig: z.B. durch Brandstiftung, unsachgemäße Grillnutzung oder andere Fahrlässigkeit. Nicht durch den Klimawandel selbst! Der Grund Klimawandel und eine Art „selbstständige Entzündung“ durch Trockenheit o.ä. ist bisher nicht aufgeführt. Auch die betroffenen Hektar schwanken massiv. Würde der Klimawandel dies verstärken, würde ggf. die Anzahl der Brände kontinuierlich steigen und diese müssten auch anders verursacht werden, als durch den Menschen selbst.

 

Hier stiegen ggf. die betroffenen Hektar bspw. von 2018 mit 1.600 ha, 2021 „nur“ 34 ha und 2022 wieder über 1000 ha.Auch wenn man davon ausgeht, dass eine (vermehrte) Trockenheit ggf. zu einer schnelleren Ausbreitung führt und somit zu mehr verbrannter Fläche, ist hier nicht die Lösung „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“ und das komplette Klima (von Oranienburg oder Deutschland aus) ändern zu wollen, sondern die Menschen besser aufzuklären und am Verhalten zu arbeiten. DAS wäre ein sehr gute Präventionsansatz, der auch Sinn machen würde! Der Klimawandel an sich, verursacht aber keine

Waldbrände! Daher sind die Ausführungen hier fehlerhaft und verursachen ein Gefühl der Machtlosigkeit ggü. dem Problem „Klima“, anstatt das Gefühl der Selbstwirksamkeit zu vermitteln mit dem Hinweis auf besser Aufklärung und rücksichtsvolleres Verhalten.

 

4. Wetterextreme

Es wird ausgeführt, dass es häufiger zu extremen Wetterereignissen (…) und Starkregen kommt. Hier würde man zunehmende Beispiele in der Region oder der Stadt selbst erwarten. Stattdessen wird ein einziges Ereignis von vor 9 Jahren herangezogen. Es wird nicht erwähnt, dass die Todesfälle bzgl. Wetterextremen weltweit -trotz zunehmender Bevölkerung - generell abnehmen.Selbst die Todesfälle im Zusammenhang mit Naturkatastrophen sind rückläufig. Die erwähnte Ahrtal Katastrophe hatte neben dem massiven Regen auch andere maßgebliche Ursachen, die den Ausgang leider negativ beeinflusst haben, z.B. die Topografie, bereits gesättigte Böden und fehlende Rückhaltebecken. Die Bodenversiegelung im Ahrtal ist bspw. um 40 % höher als im Landesdurchschnitt – das beschleunigte den Wasserabfluss dramatisch. Dazu kam die fehlerhafte Notfallkommunikation (menschliches Versagen). Vielleicht wäre es bei anderen Voraussetzungen und Handeln ansonsten bei einem Starkregenereignis geblieben und nicht zu einer Katastrophe gekommen.

Auch hier müssten die Randbedingungen und Bauweisen hinterfragt werden. Es geht um geeignete Maßnahmen vor Ort und Prävention und nicht um die

„Bekämpfung des Klimas“ und Panikmache. Auch vor der Industrialisierung gab es Hochwasserkatastrophen mit 100terten oder 1000enden Toten. Das Bekannteste ist ggf. das Magdalenenhochwasser im Juli 1342.

 

5. Folgeschäden / „Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Folgeschäden des Klimawandels bereits heute größer sind als die Kosten für

Klimaschutzmaßnahmen.“ (…)“

„Verschiedene Studien“ heißt nicht alle. Was sagen die anderen Studien? Hier wird eine Studie genannt. In dieser lässt sich lesen: (…) Die weiter oben genannte globale Einkommenseinbuße von 38 Billionen US-Dollar in den kommenden 26 Jahren wäresechsmal höher als die Kosten, die zur Vermeidung eines globalen Temperaturanstiegs von mehr als zwei Grad anfallen (vgl. Kotz, Levermann und Wenz 2024: 551). Sind in den Kosten bzgl. der sog. „Klimawandel(-folgen)bekämpfung“ in den besagten „verschiedenen“ Studien auch die Billiarden!!! Beträge eingerechnet, die uns die s.g. Klimawende bis 2045 kosten wird? Scheinbar nicht. Die „Agora Energiewende“ zum Beispiel beziffert den nötigen Investitionsbedarf diesbezüglich auf riesige Summe von ca. 11 Billionen Euro (bzw. 2025 bis 2045 jährlich notwendige 540 Milliarden Euro.) Wer soll das alles bezahlen? Der überwiegende Teil der Welt beteiligt sich NICHT daran – und wird es auch nicht. Geht die Rechnung dann noch auf? Und sind ebenfalls die sozialen Folgen für die Bürger mitberücksichtigt, die das ganze zahlen müssen? Sowie weiter steigenden Kosten für den CO2 Preis = ansteigende Strom- und Energiepreise = die damit verbunden generelle Verteuerung von Dienstleistungen und Lebensmitteln? Im Weiteren die Kosten der Deindustrialisierung, Abwanderung von Unternehmen und Stellenabbau? Diese Studien würden wir sehr gerne mal sehen. Denn daraus müsste hervorgehen, wie ein immer ärmer werdendes Land, die immer weiter steigenden Kosten bewältigen wird. Das Ganze über Schulden zu finanzieren und die nächsten Generationen zahlen zu lassen, weil diese angeblich auch davon profitieren würden (wie die Bertelsmann Stiftung in Ihrem Papier „Nachhaltige Staatsfinanzen und die ökologische Transformation Focus Paper #21 vorschlägt), kommt bei den jungen Leuten bestimmt besonders gut an, wenn die Steuern- und Abgabenlast dann zukünftig weit über 50% steigt und die Lebenshaltungskosten exorbitant steigen.

Es wäre hier wünschenswert, wenn Mitteilungsvorlagen so verfasst sind, dass sie tatsächlich wissenschaftliche Zahlen beinhalten und den Bürgern keine Angst machen,

sondern aufzeigen, wo wir stehen und was möglich ist. Idiologische Schreiben, die sich nur vereinzelte Informationen rauspicken und alles dramatisieren, überzeugen

Menschen nicht, sondern bestärken diejenigen, die an dieser Ideologie festhalten wollen und verstoßen diejenigen, die zurecht kritisch sind und Zweifel haben. Überzeugung durch Argumente, Realismus und Aufzeigen von Möglichkeiten. Der Klimawandel wird nicht zu verhindern sein, daher ist es sinnvoller mit Bedacht Vorkehrungen zu treffen und sich anzupassen, anstatt die Menschen zu verunsichern. Länder wie Mali, Barain, Spanien, Ägypten etc. sind bis heute trotz der hohen Temperaturen auch nicht ausgestorben.

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